Nocturnal Animals von Tom Ford.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman, der im Jahre 1993 erschien. Das Drehbuch und die Regie lagen in den Händen des nultitalentierten, ehemaligen Gucci Chefdesigners Tom Ford.
Der Film hatte seine Weltpremiere auf den 73. Filmfestspielen in Venedig und wurde mit dem Hauptpreis der Jury ausgezeichnet. Das ist ein Qualitätskriterium.
Die Handlung:
Eine Galeristin liest den Roman ihres Ex-Mannes, einen brutalen Thriller, der autobiografische Züge trägt und die Frau immer mehr verstört.
Der Film spielt auf zwei Erzählebenen. Wenn man das macht, läuft man Gefahr, dass eine Ebene interessanter und spannender wird, als die andere. Das ist hier leider der Fall. Während die Galeristin Susan Morrow (Amy Adams) in einer kalten, absurden und langweiligen Kunstwelt gezeigt wird, spielt sich auf der anderen Ebene eine spannenden und brutale Krimi / Rachegeschichte ab, die den Zuschauer fesselt.
Der Film impliziert, dass diese Krimi / Rachegeschichte autobiografische Züge hat. Denn der Darsteller Tony Hastings ist der Ex-Mann der Galeristin und die weibliche Darstellerin gleicht der Galeristin sehr stark.
Obwohl der Film einen Sog entwickelt, bleibt er bis zum Schluss sehr unbefriedigend. Das liegt an den Charakteren und der Erzählform, die Tom Ford gewählt hat. Wir sehen den Film aus der Perspektive der Hauptdarstellerin Susan Morrow (Amy Adams), die ihren Mann, einen erfolglosen, nicht sehr ambitionierten Schriftsteller, verlassen hat und jetzt mit einem Model-Typen (Armie Hammer) in einem großen, kalten Design-Haus lebt. Susan Morrow wirkt unsympathisch und der Zuschauer fühlt weder Mitleid, noch Sympathie für diese Frau.
Auf der zweiten Erzählebene sehen wir ein brutales Verbrechen und eine daraus resultierende Rachegeschichte mit Selbstjustizfolgen. Das ist sehr grenzwertig; kann aber funktionieren, wenn man die Thematik auf eine neue Art und Weise zeigt und/oder interessante, widersprüchliche Charaktere baut. Beides ist hier nicht der Fall. Die Thematik gab es schon in unzähligen, anderen Filmen und ähnliche Charaktere hat man auch schon X Mal gesehen. Obwohl die Schauspieler hervorragend spielen, Jake Gyllenhaal und Michael Shannon sind grandios und auch die anderen Rollen sind hervorragend besetzt, bleibt diese Krimi / Rachegeschichte eindimensional.
Das Ende des Films ist offen und lässt einige Interpretationen zu, was nicht unbedingt schlecht ist. Aber leider geht man hier mit einem leeren, unbefriedigenden Gefühl aus dem Kino.
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