Elle von Paul Verhoeven.
Der Film ist eine Charakterstudie. Isabelle Hupperts Charakter Elle steht im Mittelpunkt des Films. Es ist ein komplexer, widersprüchlicher, zwiespältiger Charakter. Bedingt durch ihren Vater (Psycho und Massenmörder), eine degenerierte Mutter, gescheiterte Ehe usw. ist sie weder rational in ihren Handlungen, noch sympathisch in ihren Aktionen/Taten.
Sie zeigt den Vergewaltiger nicht an. Im Laufe des Films findet sie Gefallen an dieser Sex-Vergewaltigung Geschichte um dann am Ende dem Kerl zu sagen, so kommst Du nicht davon, wie vielen Frauen hast du das angetan usw. Dann wird der Vergewaltiger von ihrem Sohn umgebracht. Na ja...originell und sophisticated ist das nicht
Weiterhin hat Isabelle eine Affäre mit dem Mann ihrer Kollegen/Partnerin usw. Die sie dann einfach so beendet. Diese ganzen Taten machen Sie beim Zuschauer nicht sympathisch, der Film bietet keine Identifikationsfigur und gibt dem Zuschauer nicht die Möglichkeit Emotionen zu entwickeln. Zu wem denn auch? Also schaut man sich den Film wie durch eine Glasscheibe an. Es gibt ja noch eine Krimi -Handlung. Wer ist der Vergewaltiger usw. Und 100 andere Parallelgeschichte, die um Isabelle Huppert herum passieren. Die Sohn/Freundin Geschichte, Ex-Mann Geschichte, Arbeitskollegin-Affäre Geschichte, Mutter-Liebhaber, Vater-Knast, Nachbarn-Geschichte, der Junge im Job macht Sex-Videos mit ihrem Gesicht. Sie nimmt Schießunterricht. Warum das alles ??? Oh man. Weniger wäre echt mehr gewesen.
Der Regisseur kann gut inszenieren und die Schauspieler spielen gut sind, deshalb schaut man gern zu. Aber irgendwann wird es zu lang. Die letzten 20 min. ziehen sich wie Gummi. Der Höhepunkt des Films mit dem Tod des Vergewaltigers ist überschritten, aber der Film geht weiter und weiter. Man hätte den kürzen müssen.
Irgendwann ist der Film zu Ende und man hat eine leeres Gefühl, man wurde 2 Stunden mit Geschichten bombardiert, aber die haben einen nicht so richtig erreicht oder gepackt oder aufgewühlt. Es bleibt eine leere Zurück. Und der Film endet mit 2 hohlen Szenen.
Die Nachbarin ( diese Christin) kann nichts /schlechtes oder böses über ihren Vergewaltigungsmann sagen, sie ist froh, dass Isabelle Huppert da war, als er jemanden zum Vergewaltigen brauchte. Puuuuuuuhhhhhhh. Grenzwertig.
Letzte Szene ist auch nicht befriedigend. Isabelle und ihre Arbeitskollegin auf dem Friedhof. Super Die Kollegin hat ihr die Affäre mit ihrem Mann verziehen, einfach so. Und will jetzt bei ihr einziehen. Klasse Come on. Give me a break.
Und was hat Isabelle Hupperts Charakter im Film gelernt oder was war ihre emotionale Reise? Sie weiß jetzt, dass sie auf Gewalt- Sex- Fantasien steht. Na toll.
Elle ist ja ein Roman von Phillipe Dijan. Vielleicht macht der Charakter im Buch auf 400 Seiten Sinn, vielleicht erschließt sich dem Leser diese Figur und man empfindet etwas für sie. Sympathie, Mitleid, Trauer....irgendwas. Im Film passiert das leider nicht.
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