Patriots Day von Peter Berg.
Der Film thematisiert den Bombenanschlag auf den Boston Marathon im Jahre 2013, bei dem drei Menschen getötet und 246 verletzt wurden. Der Film vermischt Spielszenen mit tatsächlichen Dokumentaraufnahmen. Die Macher des Films bemühen sich allen Beteiligten gerecht zu werden. So werden am Anfang des Films viele Charaktere, die im Verlauf des Films und des Bombenattentats eine Rolle spielen werden, vorgestellt. Auch die beiden Bombenattentäter kriegen eine kurze Charakterbeschreibung. Dabei orientieren sich die Macher an realen, leben Personen. Diese Charaktereinführung ist leider ein wenig zu lang geraten und macht es dem Zuschauer schwer in den Film einzusteigen. Mit dem Aufbau der Marathonstrecke beginnt der Film spannend zu werden. Obwohl man weiß was passiert, schafft es der Regisseur langsam die Spannung aufzubauen, die mit den beiden Explosionen einen Höhepunkt findet. Anschließend wird der im Film der Film rasant und packend. Dem Regisseur gelingt es eine beängstigende und spannende Atmosphäre zu erzeugen. Dabei bedient er sich einer unruhigen Handkamera und einer treibenden Musik. Die Kamera zeigt den Bombenanschlag und die Folgen in harten und stellenweise brutalen Aufnahmen. Man sieht Blut, und abgetrennte Gliedmaße.
Als Protagonisten wählten die Macher des Films einen fiktiven Polizisten, der von Mark Wahlberg überzeugend dargestellt wird. Obwohl Mark Wahlberg nicht grade ein wandlungsfähiger Schauspieler ist, macht er seine Sache hier gut. Man glaubt ihm den vorlauten, einfachen Polizisten, der sich plötzlich im Auge des Sturms wiederfindet.
Die Jagd nach den beiden Tätern des Bombenanschlags nimmt einen großen Teil des Films ein. Dieses Jagd wird dramatisch und detailliert dargestellt. Wir sehen minutenlange Schießereien, Explosionen und Verfolgungsjagden. Hier findet der Regisseur leider keine gute Balance, diese Szenen sehen sehr reißerisch aus und erinnern an Hollywood Actionfilme. An dieser Stelle wäre weniger mehr gewesen.
Am Endes des Films werden die realen Charaktere in Interviews gezeigt. Sie erzählen in die Kamera, wie das Bombenattentat ihr Leben verändert hat. Der Unterton bleibt jedoch immer gleich. Patriotismus und das Zusammengehörigkeitsgefühl steht über allem. Viele Zuschauer werden diese Szenen als übertriebenen US Patriotismus empfinden, andere werden die emotionale Tragweite der Charaktere und ihren Lebenswillen nachempfinden können.
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