Hacksaw Ridge von Mel Gibson.
Der Film erzählt die wahre Geschichte eines Sanitäters, der im zweiten Weltkrieg fünfundsiebzig Soldaten das Leben gerettet hat. Was die Geschichte besonders macht, ist die Tatsache, dass der Retter während des ganzen Krieges keine Waffe angefasst, geschweige denn einen Schuss abgefeuert hat. Klingt unwahrscheinlich, ist aber wahr. Der Sanitäter Desmond Doss hat sich nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour freiwillig zur Armee gemeldet. Er wollte seinem Land dienen, aber nur als Sanitäter ohne eine Waffe anzufassen. Die Armee wusste wahrscheinlich nicht genau worauf sie sich da einließ, aber da im Krieg viele junge Männer gebraucht wurden, hat man bei Desmond Doss wohl nicht genau hingeschaut oder hingehört.
Der Film beginnt mit einer Charakterzeichnung des Hauptdarstellers Desmond Doss, hervorragend gespielt von Andrew Garfield, den wir aus ´The Social Network´ und ´Spiderman´ kennen. Wir sehen in kurzen Szenen das einfache Leben der Familie auf einer Farm, den trinkenden und gewalttätigen Vater und die leidende Mutter. Vielleicht liegen diese Szenen nah an der Wahrheit, jedoch wirken sie im Film sehr klischeehaft. Man hat solche Szenen schon in unzähligen anderen Filmen gesehen. Genauso wie die folgende Szenen: Der junge Desmond Doss verliebt sich in eine Krankenschwester, dann meldet er sich freiwillig zur Armee, die Krankenschwester schenkt ihm zum Abschied eine Bibel mit einem Foto von sich. Auch hier liegt man wohl sehr nah an der Wahrheit, leider wirken diese Szenen so, als hätte die US Armee den Film produziert.
Es folgen Kasernen und Grundausbildugsszenen des Hauptdarstellers mit allen dazugehörigen Schikanen, Hänseleien und Anfeindungen seiner Vorgesetzten und Kameraden. Auch solche Szenen kennt man aus anderen Filmen.
Im letzten Akt des Films wird der Krieg in aller seiner Härte und Brutalität gezeigt. Wir sehen extrem blutige Gefechte, in denen die Soldaten im Sekundentakt erschossen werden. Man sieht Kopfschüsse, explodierende Granaten, die die Soldaten auseinanderreißen, herausquellende Gedärme, verbrennende Soldaten und so weiter. Der Regisseur traf die Entscheidung die Kampfszenen in aller Brutalität zu zeigen. So wie Steven Spielberg es auch in ´Saving Private Ryan´ getan hat. Das war aber vor neunzehn Jahren, damals wirkten diese Szenen dokumentarisch, brutal und technisch innovativ. Die Kampfszenen hier wirken nur brutal. Trotzdem verfehlen sie ihre Wirkung nicht. Der Zuschauer erlebt den Horror und Wahnsinn des Krieges an vorderster Front. In diesem Gemetzel kann sich der Hauptdarsteller endlich beweisen. Er rettet 75 GIS das Leben. Das wirkt sehr heroisch, Mel Gibson stilisiert diese Rettungsszenen als eine Art göttliche Mission.
Am Ende des Films sieht man in Dokumentaraufnahmen den echten Desomd Doss. Er kriegt die höchste Auszeichnung vom Präsidenten der Vereinigten Staaten und er erzählt in kurzen Passagen, wie er immer wieder zu Gott gebetet hat ihm die Kraft zu geben seine verletzen Kameraden zu retten. Dann kommen die geretteten Kameraden zu Wort. Das ist natürlich hochemotional und sehr berührend.
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