Montag, 26. Februar 2018

Red Sparrow

Im Kino herrscht mal wieder der ´Kalte Krieg´ mit schönen und verführerischen Geheimagentinnen aus Russland ( Sowjetunion ) und furchtlosen, amerikanischen CIA Agenten mit drei Tage Bärten, die  Katz und Maus miteinander spielen. Klingt vertraut? Ist es auch. Die Rolle der russischen Agentin, die als Ballerina anfängt und als Geheimagentin endet,  wird von Jennifer Lawrence gespielt. Man nimmt ihr die Ballerina nicht so richtig ab, dafür umso mehr die knallharte Geheimagentin, die alle um den Finger wickelt. Der CIA Agent wird von Joel Edgerton verkörpert, der mit seiner Rolle leider nicht so viel anfangen kann und im Gegensatz zu Jennifer Lawrence blass und eindimenional wirkt. Es fehlt seine Backstory, wir nehmen ihn nicht als Charakter wahr. Leider funktioniert die Liebesgeschichte zwischen den beiden nicht, denn wir werden im Unklaren über die wahren Motive und Gefühle gelassen. Auch stimmt die Chemie zwischen den beiden Schauspielern nicht bzw. man merkt als Zuschauer nicht das Knistern zwischen den beiden. 

Der Film wird aus Jennifer Lawrence Perspektive erzählt, da ihr Charakter viele Wendungen durchmacht und der Zuschauer bis zuletzt im Unklaren gelassen wird, auf welcher Seite sie steht bzw. was sie genau plant, baut sich keine emotionale Ebene zum Hauptcharakter auf. Die Art und Weise wie der Charakter gezeigt wird, macht es uns schwer  mit Jennifer Lawrence mitzufiebern.  Irgendwann schaltet man emotional ab und schaut dem Treiben der Schauspieler auf der Leinwand einfach nur zu.

Der Film wird für heutige Sehgewohnheiten viel zu langsam erzählt. Deshalb braucht der Regisseur
2 h 29 min.  um die Story zu erzählen. Der Regisseur hat leider nichts Neues, zeitgemäßes oder Originelles im Film gezeigt. Im Gegenteil, der Film wirkt optisch ( Production Design und Kamera)  so, als würde die Handlung in den 80 er Jahren spielen, was nicht der Fall ist, denn der Film spielt heute. Was das Erscheinungsbild von Jennifer Lawrence angeht, so hat der Regisseur sie in vielen Szenen in schöne Kleider gesteckt und ihr die Haare blond gefärbt. Bei diesem Anblick denkt man an Charlize Theron  in dem Film ´Atomic Blonde´, der  letztes Jahr im Kino lief und eine mäßige Story, dafür aber viel Action zu bieten hatte. Red Sparrow macht hier genau das Gegenteil. Viel Story, wenig Action, anachronistische Erzählweise. Ein gutes Mittelmaß wäre die Lösung gewesen.

Der Film versucht ein knallharter und oft viel zu brutaler Agententhriller zu sein, gleichzeitig eine Liebes und Familiengeschichte zu erzählen. Das funktioniert leider nur bedingt. Zum Glück ist die Hauptrolle mit der talentierten und furchtlosen Jennifer Lawrence besetzt, die das absolute Highlight des Films ist.


Montag, 5. Februar 2018

The Disaster Artist

Der Film erzählt die Geschichte des erfolglosen Schauspielers Tommy Wiseau, der mit seinem ebenfalls erfolglosen Kollegen Greg Sestero das Schicksal selbst in die Hand nimmt und einen eigenen Spielfilm schreibt, finanziert, inszeniert und selbst die Hauptrollen spielt. Der fertige Film kam  2003 unter dem Titel ´The Room´ in einige Kinos in Los Angeles. Die Kritiken waren vernichtend und das Einspielergebnis  war gleich null. Der Film verschwand in der Versenkung. Ein paar Jahre später entdeckten Filmstudenten den Film und begannen Mitternachtsvorstellungen zu organisieren. Schnell entwickelte sich der Film zu einem Kultfilm. Die grauenhaften Dialoge, die schlechten Schauspieler und die hohle Handlung  amüsierten das Publikum nach dem Motto: Der Film ist so schlecht, dass man darüber nur lachen kann.´

Der Schauspieler James Franco kaufte die Filmrechte an dem Buch ´The diaster Artist´,  indem der Schauspieler Greg Sestero die Entstehungsgeschichte des Films erzählt. Genau wie im Original spielt James Franco die Hauptrolle und führt Regie. Der Film ist unterhaltsam und zeigt die Leidenschaft der jungen Filmemacher, die an ihr Projekt glauben. Es macht Spaß den tollen Schauspielern beim Spielen zuzuschauen. James Franco gelingt ein tolles Portrait des narzisstisch veranlagten Tommy Wiseau, ohne ihn lächerlich zu machen. Ein schmaler Grad, den James Franco mit Bravour geht. Die Mühe hat sich ausgezahlt. James Franco wurde als bester Darsteller mit dem Golden Globe ausgezeichnet. 

 

Donnerstag, 4. Januar 2018

DIE VERLEGERIN von Steven Spielberg

Die Verlegerin ( The Post ) ist der neue Film von Steven Spielberg. 

In den 1970er Jahren übernimmt Katharine "Kay" Graham (Meryl Streep) das Unternehmen ihrer Familie - die Washington Post - und wird so zur ersten Zeitungsverlegerin der USA. Schon bald darauf sieht sie sich in eine Auseinandersetzung von ungeheuren Ausmaßen mit der amerikanischen Regierung verwickelt, als sie gemeinsam mit dem ehrgeizigen Redakteur Ben Bradley (Tom Hanks) auf eine Story über vier US-Präsidenten und deren jeweiliges geheimes Wissen über Amerikas Rolle im Vietnam-Krieg stößt. Vollblutjournalist Bradley will die Informationen um jeden Preis veröffentlichen, selbst wenn er dafür ins Gefängnis gehen muss, Graham bangt um die Sicherheit und die finanzielle Zukunft ihrer Angestellten. Ihre Position als Journalistin, amerikanische Patriotin und Geschäftsfrau bringt sie in eine moralische Zwickmühle. (Pressetext).

Der Film ist mit Meryl Streep und Tom Hanks in den Hauptrollen glänzend besetzt. Die beiden Schauspieler tragen den Film und man schaut und hört ihnen mit großer Freude zu. Der Film gleicht einem Theaterstück, denn es wird viel gesprochen. Es geht um Intrigen, Vertuschung, Moral, Pressefreiheit und andere hohe Werten, die sowohl in den 60 er Jahren, als auch heute ihre Aktualität haben. 

Steven Spielberg inszeniert den Film routiniert und lässt den Zuschauer an einer  Geschichtsstunde aus der jungen amerikanischen Vergangenheit teilnehmen. Auch wenn man sich nicht immer der Tragkraft und der Bedeutung des Gezeigten sicher ist, wird dem Zuschauer klar,  wie wichtig die Pressefreiheit ist. Die Quintessenz des Films lautet: Mutige Menschen können die Geschichte verändern. 

Dienstag, 12. Dezember 2017

Star Wars - Die letzten Jedi

Der Film startet Weihnachten weltweit in den Kinos und wird voraussichtlich viele Rekorde brechen. Die Macher haben sich viel Mühe gegeben Elemente und Charaktere aus den ersten Krieg der Sterne Filmen mit neuen, zeitgemäßen Elementen und Charakteren zu verbinden.  Das funktioniert oft erstaunlich gut und oft gar nicht. Das Drehbuch und die Regie dieser Episode lag in den Händen von Rian Johnson, der als kleiner Independent Filmer angefangen hat und nun mit Star Wars - Die letzten Jedi in den Filmolymp aufgestiegen ist. Der Regisseur versteht sein Handwerk und hat sich extrem lange und intensiv mit dem Star Wars Universum und den Charakteren auseinandergesetzt. Der Film knüpft direkt an Star Wars - Das Erwachen der Macht an, jedoch setzt der Regisseur andere erzählerische Prioritäten. Es gibt viele Handlungsstränge, die mal mehr und mal weniger gut funktionieren. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut. Mark Hamill in der Rolle des Luke Skywalkers sticht hier besonders hervor und auch Adam Driver überzeugt als Kylo Ren. Mit einer Länge vom 2h 32min ist der Film leider viel zu lange, man hätte ihn locker um 10 Minuten kürzen können. Aber im Großen und Ganzen ist der Film unterhaltsam und sehenswert.

Samstag, 29. Juli 2017

Dunkirk von Christopher Nolan


Der Film erzählt von der Evakuierung von 400.000 alliierten Soldaten aus Dünkirchen. Es gibt drei Handlungsstränge: In der Luft, auf dem Land und auf dem Wasser. Am Anfang sehen wir einen kleinen Soldatentrupp, sie geraten unter Feuer, ein Soldat überlebt, dem folgen wir dann zum Strand, wo die anderen Ereignisse passieren. Der Regisseur verzichtet ganz auf Charakterzeichnung, deshalb bleiben fast alle Soldaten einem fremd und emotional indifferent. 

Am Anfang entwickelt der Film mit Hilfe einer guten Montage und guter Musik einen Sog und er zieht den Zuschauer in die Evakuierung bzw. in die Ereignisse hinein. Aber nach ein paar Minuten lässt die Sogwirkung nach. Denn der Film erzählt keine spannende oder außergewöhnliche Geschichte. 

Alles was der Regisseur zeigt und erzählt hat man in anderen Filmen besser gesehen. Durch den Verzicht Charaktere zu bauen entsteht keine emotionale Ebene zu den Soldaten. Die Luftschlacht ist zwar ganz gut inszeniert, aber das hat Michael Bay in Pearl Harbour viel besser, packender und spannender gezeigt. Und wenn schon zwei Nazi Flieger da am Strand die Soldaten angreifen, dann würden sie doch der Zentrale sofort melden, dass 400.000 Soldaten am Strand sind und man eine Armada von Flugzeugen schicken sollte. 

Aber die Luftschlacht beschränkt sich auf 2 oder 3 deutsche und 3 englische Flugzeuge. Unglaubwürdig. Und schon gar nicht episch. Schießereien und Bombenangriffe hat Spielberg in         ´Der Soldat James Ryan´ besser und schockierender gezeigt. Nolan verzichtet auf Bluteffekte. Ein Kriegsfilm ohne Blut und Wunden. Der Handlungsstrang auf dem kleinen Boot ist auch nicht so spannend. Und dass dieser Cillian Murphy traumatisiert ist und dieser Junge da umkommt ist hohl. Und auch nicht grade episch..... Dass dieser junge Soldat vom Anfang des Films irgendwann mit diesem Trupp in diesem Boot sitzt auf auf sie geschossen wird ist auch irgendwie hohl. Warum haben sie keine Wache oben aufgestellt, dann gebe es keine Überraschungen. Dann wird ein Rotkreuz Schiff von einem Torpedo getroffen. Aber da wir keine emotionale Bindung zu den Soldaten haben, schaut man dem Treiben da einfach so zu. (Michael Bay hat auch so einen Torpedoangriff besser gezeigt).

Die Kamera ist für mein Gefühl zu statisch. Man ist mittlerweile Handkamera gewöhnt. Hier ist alles old shool. Es gibt lange Kamerafahrten am Strand. Die Kamera ist immer fest montiert, wackelt nie, obwohl alles drum herum explodiert. Die haben ja ca. 60 oder 70 % auf dem IMAX Format mit den IMAX Kameras gedreht. Also in der heutigen Vorführung haben ich das nicht bemerkt, es sah wie normal 35 mm auf. Die Musik hat die ganze Zeit gespielt und irgendwann genervt. 

Auch die paar Schauspieler die ihren Text aufsagen wie Kenneth Branagh bleiben ziemlich blass. Ich frage mich warum der Regisseur diesen Film gemacht hat bzw. warum ihm keine kreativen, originellen Sachen/Geschichten eingefallen sind. Die Stärke von Nolan ist ja interessante, außergewöhnliche Welten zu bauen. So wie in Inception und auch in Batman. Aber hier gibt keine eigene Welt, keine interessanten Charaktere, keine interessante oder spannende Geschichte. Ich finde auch nichts episches an dem Film. Also bitte...ein Strand, ein kleines Boot und drei, vier kleine Kampfflugzeuge machen noch keinen epischen Film. Es fehlen Gefühle, große, starke Charaktere, große Schlachten.

Alien: Covenant von Ridley Scott

Der Regisseur Ridley Scott ist wieder mit den Aliens unterwegs. Der erste Alien Film wurde 1978 gedreht und definierte das Science-Fiction Genre neu. Der Film wurde ein Klassiker. Wenn man ihn heute schaut, dann ist man nach wie vor  von der Story, den Charakteren, den Special Effekten und dem Production Design beeindruckt.

Über die Jahre folgten vielen Fortsetzungen, manche gelungen, wie ALIENS von James Cameron, die meisten aber leider missraten. Im Jahre 2012 kehrte Ridley Scott wieder als Regisseur zur Alien Saga zurück und übernahm die Regie bei dem Film Prometheus, der durch seine visuelle Kraft bestach, jedoch von der Story und den Charakteren hinter den Erwartungen zurück blieb. Trotzdem war der Film ein finanzieller Erfolg und eine Fortsetzung wurde sofort in Angriff genommen.

Alien: Covenant fängt wie fast jeder Alien Film mit dem Flug eines Raumgleiters zu einer fernen Galaxie an. Der Raumgleiter fängt eine menschliche Botschaft von einem fremden Planeten ab. Daraufhin beschließt der Kapitän dem fremden Planeten einen Besuch abzustatten. Da der Zuschauer mit den Alien-Filmen vertraut ist, weiß er, dass es keine gute Idee ist. Denn was dann folgt ist eine erneute Konfrontation mit den Aliens.

Auch Alien:Covenant  sieht wieder sehr gut aus. Ridley Scott ist ein viseueller Regisseur, das zeigt er in fast jedem Film. Das Problem des Films ist, dass er nichts neues und nicht originelles zeigt. Man hat das Gefühl die Story und alle Handlungsstränge so oder so ähnlich in einem anderen Alien oder einem anderen Science Fiction Film gesehen zu haben. Auch die Charaktere sind nicht originell oder besonders aufregend. Die SFX und die VFX- Effekte sind gut, jedoch nicht bahnbrechend oder überwältigend. Von Ridley Scott erwartet man etwas Außergewöhnliches. Der Film ist sehr voraussehbar, bedient eine Erwartungshaltung und bleibt hinter anderen Fortsetzungen zurück.

Sonntag, 19. Februar 2017

Patriots Day von Peter Berg.

Der Film thematisiert den Bombenanschlag auf den Boston Marathon im Jahre 2013, bei dem drei Menschen getötet und 246 verletzt wurden. Der Film vermischt Spielszenen mit tatsächlichen Dokumentaraufnahmen. Die Macher des Films bemühen sich allen Beteiligten gerecht zu werden. So werden am Anfang des Films viele Charaktere, die im Verlauf des Films und des Bombenattentats eine Rolle spielen werden, vorgestellt. Auch die beiden Bombenattentäter kriegen eine kurze Charakterbeschreibung.  Dabei orientieren sich die Macher an realen, leben Personen. Diese Charaktereinführung ist leider ein wenig zu lang geraten und macht es dem Zuschauer schwer in den Film einzusteigen. Mit dem Aufbau der Marathonstrecke beginnt der Film spannend zu werden. Obwohl man weiß was passiert, schafft es der Regisseur langsam die Spannung aufzubauen, die mit den beiden Explosionen einen Höhepunkt findet.  Anschließend wird der im Film der Film rasant und packend. Dem Regisseur gelingt es eine beängstigende und spannende Atmosphäre zu erzeugen. Dabei bedient er sich einer unruhigen Handkamera und einer treibenden Musik.  Die Kamera zeigt den Bombenanschlag und die Folgen in harten und stellenweise brutalen Aufnahmen. Man sieht Blut, und abgetrennte Gliedmaße.

Als Protagonisten wählten die Macher des Films einen fiktiven Polizisten, der von Mark Wahlberg überzeugend dargestellt wird. Obwohl Mark Wahlberg nicht grade ein  wandlungsfähiger Schauspieler ist, macht er seine Sache hier gut. Man glaubt ihm den vorlauten, einfachen Polizisten, der sich plötzlich im Auge des Sturms wiederfindet.

Die Jagd nach den beiden Tätern des Bombenanschlags nimmt einen großen Teil des Films ein. Dieses Jagd wird dramatisch und detailliert dargestellt. Wir sehen minutenlange Schießereien, Explosionen und Verfolgungsjagden. Hier findet der Regisseur leider keine gute Balance, diese Szenen sehen sehr reißerisch aus und erinnern an Hollywood Actionfilme. An dieser Stelle wäre weniger mehr gewesen.

Am Endes des Films werden die realen Charaktere in Interviews gezeigt. Sie erzählen in die Kamera, wie das Bombenattentat ihr Leben verändert hat. Der Unterton bleibt jedoch immer gleich. Patriotismus und  das Zusammengehörigkeitsgefühl  steht über allem. Viele Zuschauer werden diese Szenen als übertriebenen US Patriotismus empfinden, andere werden die emotionale Tragweite der Charaktere und ihren Lebenswillen nachempfinden können.