Im Kino herrscht mal wieder der ´Kalte Krieg´ mit schönen und verführerischen Geheimagentinnen aus Russland ( Sowjetunion ) und furchtlosen, amerikanischen CIA Agenten mit drei Tage Bärten, die Katz und Maus miteinander spielen. Klingt vertraut? Ist es auch. Die Rolle der russischen Agentin, die als Ballerina anfängt und als Geheimagentin endet, wird von Jennifer Lawrence gespielt. Man nimmt ihr die Ballerina nicht so richtig ab, dafür umso mehr die knallharte Geheimagentin, die alle um den Finger wickelt. Der CIA Agent wird von Joel Edgerton verkörpert, der mit seiner Rolle leider nicht so viel anfangen kann und im Gegensatz zu Jennifer Lawrence blass und eindimenional wirkt. Es fehlt seine Backstory, wir nehmen ihn nicht als Charakter wahr. Leider funktioniert die Liebesgeschichte zwischen den beiden nicht, denn wir werden im Unklaren über die wahren Motive und Gefühle gelassen. Auch stimmt die Chemie zwischen den beiden Schauspielern nicht bzw. man merkt als Zuschauer nicht das Knistern zwischen den beiden.
Der Film wird aus Jennifer Lawrence Perspektive erzählt, da ihr Charakter viele Wendungen durchmacht und der Zuschauer bis zuletzt im Unklaren gelassen wird, auf welcher Seite sie steht bzw. was sie genau plant, baut sich keine emotionale Ebene zum Hauptcharakter auf. Die Art und Weise wie der Charakter gezeigt wird, macht es uns schwer mit Jennifer Lawrence mitzufiebern. Irgendwann schaltet man emotional ab und schaut dem Treiben der Schauspieler auf der Leinwand einfach nur zu.
Der Film wird für heutige Sehgewohnheiten viel zu langsam erzählt. Deshalb braucht der Regisseur
2 h 29 min. um die Story zu erzählen. Der Regisseur hat leider nichts Neues, zeitgemäßes oder Originelles im Film gezeigt. Im Gegenteil, der Film wirkt optisch ( Production Design und Kamera) so, als würde die Handlung in den 80 er Jahren spielen, was nicht der Fall ist, denn der Film spielt heute. Was das Erscheinungsbild von Jennifer Lawrence angeht, so hat der Regisseur sie in vielen Szenen in schöne Kleider gesteckt und ihr die Haare blond gefärbt. Bei diesem Anblick denkt man an Charlize Theron in dem Film ´Atomic Blonde´, der letztes Jahr im Kino lief und eine mäßige Story, dafür aber viel Action zu bieten hatte. Red Sparrow macht hier genau das Gegenteil. Viel Story, wenig Action, anachronistische Erzählweise. Ein gutes Mittelmaß wäre die Lösung gewesen.
Der Film versucht ein knallharter und oft viel zu brutaler Agententhriller zu sein, gleichzeitig eine Liebes und Familiengeschichte zu erzählen. Das funktioniert leider nur bedingt. Zum Glück ist die Hauptrolle mit der talentierten und furchtlosen Jennifer Lawrence besetzt, die das absolute Highlight des Films ist.
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