Samstag, 29. Juli 2017

Dunkirk von Christopher Nolan


Der Film erzählt von der Evakuierung von 400.000 alliierten Soldaten aus Dünkirchen. Es gibt drei Handlungsstränge: In der Luft, auf dem Land und auf dem Wasser. Am Anfang sehen wir einen kleinen Soldatentrupp, sie geraten unter Feuer, ein Soldat überlebt, dem folgen wir dann zum Strand, wo die anderen Ereignisse passieren. Der Regisseur verzichtet ganz auf Charakterzeichnung, deshalb bleiben fast alle Soldaten einem fremd und emotional indifferent. 

Am Anfang entwickelt der Film mit Hilfe einer guten Montage und guter Musik einen Sog und er zieht den Zuschauer in die Evakuierung bzw. in die Ereignisse hinein. Aber nach ein paar Minuten lässt die Sogwirkung nach. Denn der Film erzählt keine spannende oder außergewöhnliche Geschichte. 

Alles was der Regisseur zeigt und erzählt hat man in anderen Filmen besser gesehen. Durch den Verzicht Charaktere zu bauen entsteht keine emotionale Ebene zu den Soldaten. Die Luftschlacht ist zwar ganz gut inszeniert, aber das hat Michael Bay in Pearl Harbour viel besser, packender und spannender gezeigt. Und wenn schon zwei Nazi Flieger da am Strand die Soldaten angreifen, dann würden sie doch der Zentrale sofort melden, dass 400.000 Soldaten am Strand sind und man eine Armada von Flugzeugen schicken sollte. 

Aber die Luftschlacht beschränkt sich auf 2 oder 3 deutsche und 3 englische Flugzeuge. Unglaubwürdig. Und schon gar nicht episch. Schießereien und Bombenangriffe hat Spielberg in         ´Der Soldat James Ryan´ besser und schockierender gezeigt. Nolan verzichtet auf Bluteffekte. Ein Kriegsfilm ohne Blut und Wunden. Der Handlungsstrang auf dem kleinen Boot ist auch nicht so spannend. Und dass dieser Cillian Murphy traumatisiert ist und dieser Junge da umkommt ist hohl. Und auch nicht grade episch..... Dass dieser junge Soldat vom Anfang des Films irgendwann mit diesem Trupp in diesem Boot sitzt auf auf sie geschossen wird ist auch irgendwie hohl. Warum haben sie keine Wache oben aufgestellt, dann gebe es keine Überraschungen. Dann wird ein Rotkreuz Schiff von einem Torpedo getroffen. Aber da wir keine emotionale Bindung zu den Soldaten haben, schaut man dem Treiben da einfach so zu. (Michael Bay hat auch so einen Torpedoangriff besser gezeigt).

Die Kamera ist für mein Gefühl zu statisch. Man ist mittlerweile Handkamera gewöhnt. Hier ist alles old shool. Es gibt lange Kamerafahrten am Strand. Die Kamera ist immer fest montiert, wackelt nie, obwohl alles drum herum explodiert. Die haben ja ca. 60 oder 70 % auf dem IMAX Format mit den IMAX Kameras gedreht. Also in der heutigen Vorführung haben ich das nicht bemerkt, es sah wie normal 35 mm auf. Die Musik hat die ganze Zeit gespielt und irgendwann genervt. 

Auch die paar Schauspieler die ihren Text aufsagen wie Kenneth Branagh bleiben ziemlich blass. Ich frage mich warum der Regisseur diesen Film gemacht hat bzw. warum ihm keine kreativen, originellen Sachen/Geschichten eingefallen sind. Die Stärke von Nolan ist ja interessante, außergewöhnliche Welten zu bauen. So wie in Inception und auch in Batman. Aber hier gibt keine eigene Welt, keine interessanten Charaktere, keine interessante oder spannende Geschichte. Ich finde auch nichts episches an dem Film. Also bitte...ein Strand, ein kleines Boot und drei, vier kleine Kampfflugzeuge machen noch keinen epischen Film. Es fehlen Gefühle, große, starke Charaktere, große Schlachten.

Alien: Covenant von Ridley Scott

Der Regisseur Ridley Scott ist wieder mit den Aliens unterwegs. Der erste Alien Film wurde 1978 gedreht und definierte das Science-Fiction Genre neu. Der Film wurde ein Klassiker. Wenn man ihn heute schaut, dann ist man nach wie vor  von der Story, den Charakteren, den Special Effekten und dem Production Design beeindruckt.

Über die Jahre folgten vielen Fortsetzungen, manche gelungen, wie ALIENS von James Cameron, die meisten aber leider missraten. Im Jahre 2012 kehrte Ridley Scott wieder als Regisseur zur Alien Saga zurück und übernahm die Regie bei dem Film Prometheus, der durch seine visuelle Kraft bestach, jedoch von der Story und den Charakteren hinter den Erwartungen zurück blieb. Trotzdem war der Film ein finanzieller Erfolg und eine Fortsetzung wurde sofort in Angriff genommen.

Alien: Covenant fängt wie fast jeder Alien Film mit dem Flug eines Raumgleiters zu einer fernen Galaxie an. Der Raumgleiter fängt eine menschliche Botschaft von einem fremden Planeten ab. Daraufhin beschließt der Kapitän dem fremden Planeten einen Besuch abzustatten. Da der Zuschauer mit den Alien-Filmen vertraut ist, weiß er, dass es keine gute Idee ist. Denn was dann folgt ist eine erneute Konfrontation mit den Aliens.

Auch Alien:Covenant  sieht wieder sehr gut aus. Ridley Scott ist ein viseueller Regisseur, das zeigt er in fast jedem Film. Das Problem des Films ist, dass er nichts neues und nicht originelles zeigt. Man hat das Gefühl die Story und alle Handlungsstränge so oder so ähnlich in einem anderen Alien oder einem anderen Science Fiction Film gesehen zu haben. Auch die Charaktere sind nicht originell oder besonders aufregend. Die SFX und die VFX- Effekte sind gut, jedoch nicht bahnbrechend oder überwältigend. Von Ridley Scott erwartet man etwas Außergewöhnliches. Der Film ist sehr voraussehbar, bedient eine Erwartungshaltung und bleibt hinter anderen Fortsetzungen zurück.