Sonntag, 8. Januar 2017

La La Land


La La Land von Damien Chazelle.

Der Film ist toll inszeniert, die Tanz und Gesangszenen sind super choreografiert. Der Film verzaubert und appelliert daran zu träumen, denn Träume können wahr werden. 

Wenn man den Film mit dem Herzen schaut, dann wird man verzaubert und man tanzt und fliegt mit den Schauspielern in die Luft und genießt viele magische Momente.Wenn man den Film mit dem Kopf schaut, betrachtet man alles etwas differenzierter

Der Film erzählt die Geschichte zweier erfolgloser Künstler. Mia (Emma Stone), eine Schauspielerin, die bei jedem Casting scheitert und bei Starbucks arbeitet. Und Sebastian (Ryan Gosling), ein Jazzmusiker, der an den alten Jazz glaubt und davon träumt einen eigenen Club mit echter/alter Jazzmusik aufzumachen. 

Diese beiden Protagonisten sind sehr verschieden, abgesehen davon, dass beide einen Traum haben. Sie treffen sich und dann will uns der Film glauben lassen, dass sie sich verlieben. Leider mag Mia Jazzmusik nicht und Sebastian kann nichts damit anfangen, dass sie Schauspielerin ist. Die erste Begegnung auf einer Party, als Sebastian in der 80´er Jahre Band spielt ist zwar lustig, aber auch nicht viel mehr. Auch die zweite Partybegegnung ist nicht so interessant. Sie gehen dann zu ihren Autos und fangen an zu singen und zu tanzen. Das sieht alles super schön aus. Aber dramaturgisch passiert zwischen den beiden nichts. Sie reden über belangloses Zeug. Anstatt zu zeigen, dass sie eine tolle geistige Ebene gefunden haben oder den gleichen Humor teilen oder was auch immer. Der Zuschauer sollte sehen und fühlen: Wow, die beiden liegen geistig auf einer Wellenlänge. Dann würde die Tanz und Gesangnummer super funktionieren. Im Film haben sich die beiden nicht viel zu sagen, dann singen und tanzen sie und in der Gesangsnummer passiert das, was im Dialog nicht passiert. Magie, Anziehungskraft. Zuneigung.

Bei ihrem ersten Date gehe die beiden  ins Kino und schauen sich einen James Dean Film an. Dem Regisseur geht es  nicht um den Film, was schade ist. Denn im Film gibt ´s ja ein schönes Paar James Dean und Natalie Wood. Da hätte man eine Parallele zu unserem Paar machen können

Die Liebesgeschichte ist leider die große Schwäche des Films. Der Regisseur hat nicht gezeigt und nicht ausgearbeitet was die Liebesgeschichte ausmacht. Es ist nicht die geistige Ebene, es ist nicht der Humor, es ist nicht die Liebe zum Jazz, es ist nicht der Sex; davon sehen wir nichts. Mia inspiriert Sebastian nicht Musikstücke zu schreiben und er inspiriert sie nicht ein Theaterstück zu schreiben. Also wird die Liebesgeschichte nur behauptet. Der angebliche Funke springt nicht auf den Zuschauer über, weil es leider keinen Funken gibt. 

Sebastian nimmt  später einen Job in der Jazz-Band an. Im Dialog sagt er zu Mia: Dass wolltest du doch, dass ich einen festen Job habe. Aber das hat die Mia nie gesagt, sie hat ihrer Mutter am Telefon gesagt, dass er keinen festen Job hat, aber es wird schon irgendwie gehen. Und so wie Sebastian am Anfang drauf ist, gibt er doch nicht seinen großen Traum auf, um in einer mittelmäßigen Band zu spielen. Das wirkt sehr unglaubwürdig.

Es kommt dann zur Trennung, weil Sebastian mit der Jazz Band auf Tour geht und nicht für Mia da sein kann. Das wirkt auch sehr unglaubwürdig. Jedes verliebte Paar würde nach Wegen suchen sich trotz Tour zu sehen. Mia hat ja ein Soloprogramm, also kann sie Sebastian auf der Tour begleiten und überall proben

Dann kriegt Mia plötzlich ein Casting und eine Filmrolle, dafür soll sie für ein paar Monate nach Paris. Wenn die beiden sich lieben, so wie es der Film behauptet, dann wartet man ein paar Monate auf den Partner oder findet Wege sich zu sehen.  Aber so wie es aussieht haben die beiden gar keine Lust an ihrer Lieben zu arbeiten und trennen sich lieber, um dann gleich zu sagen. Ich werde dich immer lieben. Das ist wieder nur eine Behauptung. Entweder ich liebe die Frau und warte auf sie oder ich fliege zu ihr nach Paris, so oft ich kann. Oder die Frau ist mir nicht so wichtig, also sage ich ihr: Lass uns getrennte Wege gehen, aber ich werde dich immer lieben.

Das Ende des Films zieht sich ab einem bestimmten Punkt wie Gummi. Wir sehen einen großen Zeitsprung von fünf Jahren. Dass Mia dann einen anderen Mann trifft und Sebastian seinen Club aufmacht ist ganz gut.. Um die Zuschauer nicht ganz zu enttäuschen, macht der Regisseur ein Happy End mit vielen schönen Tanz und Gesangszenen. Das sieht wieder ganz schön aus, aber wenn die emotionale Ebene der Liebesgeschichte nicht funktioniert, bleiben die Tanz und Gesangsszenen super schön aber emotionslos. 

Ein Satz zu den Schauspielern: Die spielen ganz gut, aber beide sind nur mittelmäßige Sänger. Aber es ist natürlich klar, dass die Macher für einen  20 Millionen Dollar Film Stars brauchen.


Montag, 2. Januar 2017

Passangers

Passangers von Morten Tyldum:

Inhalt:

Ein Raumfahrzeug, das zu einem entfernten Planeten reist und Tausende von Menschen transportiert, hat eine Fehlfunktion in seinen Schlafkammern. Infolgedessen werden  zwei Passagiere 90 Jahre zu früh geweckt. (Quelle: IMDB)

Passangers ist ein Weltraummärchen. Die Schauspieler Jennifer Lawrence und Chris Pratt spielen die beiden Hauptrollen.Der Film ist toll inszeniert, das Produktion-Design und  die Kamera sind beeindruckend und die Spezialeffekte sind auf dem neuesten Stand der Technik.

Die ersten zwei Akte des Films sind gut geschrieben und die Charaktere werden toll eingeführt. Chris Pratt bestreitet die ersten 30 Minuten allein den Film und es wird nie langweilig. Das ist ein Verdienst des Drehbuchautors, des Regisseurs und natürlich des charismatischen Schauspielers. Der Film thematisiert einen spannenden Gewissenkonflikt,der an dieser Stelle nicht verraten werden sollte.

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller Jennifer Lawrence und Chris Pratt ist super, es macht Spaß den beiden zuzuschauen.

Im dritten Akt des Films (die letzten 30/40 Minuten)  haben sich die Macher für einen dramatischen, aber leider sehr kitschigen und weichgespülten Weg entschieden. Hier wirkt der Film weder glaubhaft, noch nachvollziehbar. Obwohl sich die Schauspieler bemühen, legt ihnen das Drehbuch ein Korsett an, aus dem sie nicht herauskommen. An Ende gibt es zwar ein Happy End, jedoch  ist es nicht sehr befriedigend. Trotzdem ist der Film sehenswert und unterhaltsam.